Blog-Eintrag: Glasfaser-Spleißer Ceyear-6481

Lichtwellenleiter verschweißen mit Fusionsspleißern

Vom Grundprinzip her ist das Verbinden von Glasfasern (Lichtwellenleitern/LWL) durch thermisches Verschweißen sehr einfach und verständlich. Die Praxis bringt jedoch viele Tücken mit sich. Denn Glasfasern sind hauchdünn, empfindlich und brüchig. Das Spleißen erfordert daher viel Erfahrung, eine sehr ruhige Hand und das richtige Werkzeug. Glasfaser-Fusionsspleißer wie der Ceyear-6481 (Bild 1, im deutschen Vertrieb der Meilhaus Electronic GmbH) unterstützen den Techniker und vereinfachen den Prozess des Spleißens, der in mehreren Arbeitsschritten erfolgt, darunter das Strippen, Reinigen, Spalten und Verschmelzen der Fasern.

Eine der großen Herausforderungen beim Spleißen ist die exakte Ausrichtung der Glasfasern. Bei einem Durchmesser der Faserkerne von zum Teil nur 3 bis 9 µm (Beispiel Monomode-Faser bzw. englisch Singlemode-Fiber/SMF) ist die punktgenaue Justierung mit entsprechendem Spezial-Gerät unbedingt erforderlich. Zum Vergleich: Ein menschliches Kopfhaar hat - je nach Herkunft und Genetik des Menschen - einen Durchmesser zwischen 40 bis 120 µm [Quelle: Wikipedia]. Zudem dürfen beim Spleißen, das meistens mittels eines Lichtbogens realisiert wird, nur geringe Verluste innerhalb definierter Grenzwerte entstehen. Der Dämpfungswert gibt hierbei die Qualität des Spleißvorgangs wieder. Fehler entstehen unter anderem durch zu großen oder kleinen Vorschub oder den Einschluss von Fremdstoffen wie Staub in der Spleißstelle. Daher sollte beim Spleißen stets auf höchste Sauberkeit geachtet werden. Gleichzeitig muss die Faser nach dem Spleißen einem definierten Zug standhalten.

 

Blog-Eintrag: Glasfaser-Spleißen - Cleaver

Bild 2: Cleaver zum Brechen/Spalten der Glasfaser

 

Zum Spleißen von zwei Glasfasern müssen zunächst die beiden Enden der zu verbindenden Fasern vorsichtig vom Coating befreit werden ("Strippen"). Bei diesem Absetzen der Isolation dürfen natürlich keine Beschädigungen der Faser entstehen. Meist handelt es sich bei Glasfaserleitungen um ganze Bündel von bis zu 48 und mehr Fasern. Hier ist demnach viel Geduld, Zeit und Übersicht gefragt. Das "Schneiden" (Brechen/Spalten) der sorgfältig mit Isopropanol gereinigten Faser erfolgt mit einem Cleaver (Bild 2). Dabei ist zu beachten, dass die abgetrennten Faserteile in einem integrierten Behälter zur Entsorgung aufgefangen werden müssen. Denn diese Glasfaserteile sind winzig, für das Auge so gut wie unsichtbar und können zur Gefahr werden, wenn sie versehentlich in die Haut eindringen.

 

Blog-Eintrag: Glasfaser-Spleißer Ceyear-6481, eingelegte Flasfaser

Bild 3: Ceyear-6481 Glasfaser-Fusionsspließer Detail - eingelegte Glasfaser

 

Nun können die beiden zu verbindenden Enden in das Spleißgerät eingelegt (Bild 3) und von dem Gerät mittels Schrittmotoren präzise ausgerichtet werden. Der Ceyear-6481 ist wahlweise mit 4 oder 6 Motoren für die aktive Kernjustage erhältlich. Am Display (Bild 4) wird die Ausrichtung in Vergrößerung dargestellt (Ceyear-6481: 4,3"/10,9 cm Display mit 320-facher Bildvergrößerung), so dass eine zusätzliche Kontrolle der Ausrichtung durch den Anwender erfolgt. Nach dem Ausrichten erfolgt das eigentliche Spleißen. Es dauert je nach Gerät einige Sekunden, beim Ceyear-6481 zum Beispiel typisch 7 s bei ca. 18 s hocheffizienter Heizzeit. Nach dem Spleißen erfolgen die Überprüfung der Verbindung anhand des Dämpfungswertes sowie ein Zugtest (1,96...2,25 N). Natürlich muss die neue Verbindungsstelle für den praktischen Einsatz im Anschluss gegen Einflüsse wie Feuchtigkeit, mechanische Beschädigungen etc. geschützt und versiegelt werden. Es kommt häufig Schrumpfschlauch zum Einsatz, der über die Faser gezogen und geschrumpft wird. Fusionsspleißgeräte wie der Ceyear-6481 haben hierfür zusätzlich ein eingebautes Heizteil.

 

Blog-Eintrag: Glasfaser-Spleißer Ceyear-6481 Display

Bild 4: Ceyear-6481 Glasfaser-Fusionsspließer Detail - Display mit Menü

 

Für den Einsatz im Feld sind Spleißgeräte mit einem Akku ausgestattet. Hierbei ist zu beachten, dass des Schweißen beim Spleißvorgang sowie das Erhitzen des Schrumpfschlauches relativ viel Energie benötigen. Die Akku-Kapazität des Ceyear-6481 reicht zum Beispiel für einen typischen Wert des Schmelzverbundes und thermischen Zyklus von 220 mal. Dann muss der Akku wieder geladen werden bzw. ein Ersatz-Akku ran.

Beim Ceyear-6481 wird die typische Spleißdämpfung mit 0,02 dB (SMF), 0,01 dB (MMF), 0,04 dB (DSF), 0,04 dB (DSF) oder 0,04 dB (NZDSF) angegeben. Die Rückflussdämpfung ist mit einem Wert besser als 60 dB spezifiziert. Mit der OTDR-Technik (Optical Time Domain Reflectometry/Optische Zeitbereichsreflektometrie) können Reflexionen und Lauflängen der Lichtsignale in Glasfaser-Übertragungen ermittelt und analysiert werden. Mit diesen Geräten kann auch die Qualität einer Spleißstelle genauer untersucht werden. Mit dem Ceyear-6418C steht ein multifunktionales Handheld-Mini-OTDR für den mobilen Einsatz zur Verfügung, das mit vielen Optionen an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden kann.

Weitere Informationen zum Ceyear-6481 im Web-Shop.